Erklärung
So funktioniert Aufschlagsrechner
Ein prozentualer Aufschlag erhöht einen Ausgangswert um einen Anteil dieses Ausgangswerts. In einer Preiskalkulation kann die Basis zum Beispiel ein Netto-Einkaufspreis oder eine definierte Kostenbasis sein. Welcher Satz wirtschaftlich angemessen ist, hängt von Branche, Kostenstruktur und Ziel ab; der Rechner liefert dafür keine pauschale Empfehlung.
Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen Aufschlag, Marge und Deckungsbeitrag — drei Begriffe, die im Geschäftsalltag häufig verwechselt werden. Der Aufschlag (Kalkulationszuschlag) bezieht sich immer auf den Einkaufspreis oder die Kostenbasis. Die Marge (Handelsspanne) bezieht sich auf den Verkaufspreis. Der Deckungsbeitrag ist der Verkaufspreis minus variable Kosten. Beispiel: Bei 100 Euro Einkauf und 50 % Aufschlag beträgt der Verkaufspreis 150 Euro. Die Marge ist aber nur 33,3 % (50 von 150), nicht 50 %. Diese Verwechslung führt regelmäßig zu Fehlkalkulationen.
Da der Aufschlag auf die Kostenbasis gerechnet wird, ist Prozent-auf-Kosten nicht gleich Prozent-vom-Preis. Ein Aufschlag von 100 % verdoppelt den Preis und ergibt eine Marge von 50 %. Ein Aufschlag von 50 % ergibt eine Marge von nur 33,3 %. Diese Asymmetrie ist mathematisch bedingt: Der Aufschlag wächst linear, die Marge nähert sich asymptotisch 100 % an, erreicht sie aber nie. Für Unternehmer bedeutet das, dass eine Zielmarge von 40 % einen Aufschlag von 66,7 % erfordert — nicht intuitiv, aber rechnerisch zwingend.
Im Handel wird der Aufschlag häufig zur Preiskalkulation verwendet. Ein Händler kauft Ware zum Einkaufspreis ein und schlägt einen Prozentsatz auf, um Kosten und Gewinn zu decken. Dieser Kalkulationsaufschlag ist die Basis der Handelsspanne.
Wichtig: Ein Aufschlag von 50 % auf den Einkaufspreis ist nicht dasselbe wie eine Marge von 50 %. Die Marge (Handelsspanne) bezieht sich auf den Verkaufspreis, der Aufschlag auf den Einkaufspreis. Bei 100 Euro Einkauf und 50 % Aufschlag beträgt der Verkaufspreis 150 Euro, die Marge aber nur 33,3 %.
A = G x p / 100Der Aufschlagbetrag A ergibt sich aus Ausgangswert G mal Prozent p geteilt durch 100.
E = G + ADer neue Wert E ist Ausgangswert plus Aufschlagbetrag.
G = E / (1 + p / 100)Wenn neuer Wert und Aufschlag bekannt sind, wird durch den Aufschlagsfaktor geteilt.
p = (E - G) / G x 100Neuer Wert minus Ausgangswert ergibt den Aufschlagbetrag. Bezogen auf den Ausgangswert entsteht der Aufschlag in Prozent.
m = p / (100 + p) x 100Die Marge in Prozent ergibt sich aus dem Aufschlag bezogen auf den Verkaufspreis. Bei 50 % Aufschlag ist die Marge 50/150 x 100 = 33,3 %.
Der Aufschlag bezieht sich auf den Einkaufspreis, die Marge auf den Verkaufspreis. Beide beschreiben denselben Sachverhalt aus unterschiedlicher Perspektive.