Erklärung
So funktioniert Girorechner
Der Girorechner berechnet Guthabenzinsen, Dispozinsen, Überziehungszinsen und Kontoführungsgebühren für ein Girokonto. Im kombinierten Modus zeigt er die monatliche Gesamtbilanz.
Der Dispositionskredit (Dispo) ist seit Jahrzehnten ein Dauerthema im Verbraucherschutz. Während die EZB-Leitzinsen zwischen 2016 und 2022 bei null oder negativ lagen, blieben Dispozinsen vieler Banken bei 9-14 % — eine Marge, die Verbraucherschützer wiederholt als unangemessen kritisierten. Der Bundestag diskutierte mehrfach eine gesetzliche Deckelung (z. B. auf EZB-Leitzins plus 5 Prozentpunkte), setzte dies aber bislang nicht um. Paragraph 504 BGB verpflichtet Banken lediglich zur transparenten Information über den eingeräumten Überziehungsrahmen, nicht zur Begrenzung der Zinshöhe. Für Verbraucher bedeutet das: Der Dispozins muss aktiv verglichen und hinterfragt werden.
Eine günstigere Alternative zur dauerhaften Disponutzung ist der Rahmenkredit (Abrufkredit). Er funktioniert ähnlich wie ein Dispo — Geld kann flexibel abgerufen und zurückgezahlt werden — liegt aber typischerweise einige Prozentpunkte unter dem Dispozins. Im Unterschied zum Ratenkredit gibt es keine feste Laufzeit und keine monatliche Pflichtrate. Wer regelmäßig ins Minus rutscht, sollte prüfen, ob ein Rahmenkredit bei einer Direktbank oder die Umschuldung auf einen Ratenkredit die Gesamtkosten senkt.
Die Zinsberechnung am Girokonto folgt der Kontokorrent-Methode: Banken ermitteln täglich den Saldo und berechnen Zinsen taggenau nach der Formel Betrag mal Zinssatz mal Tage geteilt durch 360 (kaufmännische Zinsrechnung, deutsche Methode 30/360). Die Abrechnung erfolgt quartalsweise — Dispozinsen werden dem Konto belastet, Guthabenzinsen gutgeschrieben. Da die Belastung das Saldo weiter ins Minus zieht, entsteht ein Zinseszins-Effekt, der bei längerer Disponutzung die Kosten zusätzlich erhöhen kann. Dieser Kontokorrentzins ist rechtlich in Paragraph 355 HGB geregelt.
Zinsen = Betrag × Zinssatz × Tage / 360Alle Zinsarten am Girokonto werden linear mit 360 Tagen Jahresbasis berechnet. Es findet kein Zinseszins statt.
Der Dispositionskredit ist eine der teuersten Kreditformen. Bei dauerhafter Nutzung lohnt sich fast immer die Umschuldung auf einen günstigeren Ratenkredit.