Autokosten vergleichen: warum der Kaufpreis nicht reicht
Welches Fahrzeug ist über meine tatsächliche Nutzung günstiger?
Ein niedriger Kaufpreis ist ein einmaliger Vorteil. Verbrauch, Reparaturen und Restwert wirken über die gesamte Nutzung. Ein Vergleich sollte deshalb dieselbe Haltedauer und Fahrleistung zugrunde legen und alle relevanten Kosten bis zum Verkauf zusammenführen.
Den Kaufpreis nicht doppelt zählen
Für die wirtschaftlichen Nutzungskosten wird der Wertverlust als Kaufpreis minus Restwert angesetzt. Wer zusätzlich den ganzen Kaufpreis als Kosten addiert, zählt denselben Kapitaleinsatz teilweise doppelt. Laufende Ausgaben und einmalige Nebenkosten kommen gesondert hinzu. Der ADAC trennt in seiner Kostenmethodik ebenfalls unter anderem Wertverlust, Betriebs-, Fix- und Werkstattkosten.
Ein vollständig offengelegtes Beispiel
Annahmen: Kaufpreis 24.000 Euro, Restwert 12.000 Euro nach vier Jahren, jährlich 15.000 km, Verbrauch 6,5 Liter je 100 km und Energiepreis 1,80 Euro je Liter. Hinzu kommen jährlich 200 Euro Steuer, 700 Euro Versicherung, 600 Euro Wartung, 200 Euro Reifen und 400 Euro Parken sowie einmalig 800 Euro. Das sind Recheneingaben, keine Marktpreise oder Versicherungsangebote.
Vom Kostenblock zum Vergleichswert
Über 60.000 km entstehen 12.000 Euro Wertverlust, 7.020 Euro Energiekosten, 8.400 Euro weitere laufende Kosten und 800 Euro einmalige Kosten. Zusammen sind das 28.220 Euro: rechnerisch 587,92 Euro pro Monat beziehungsweise rund 0,470 Euro je Kilometer. Finanzierungszinsen und entgangene Anlageerträge des gebundenen Kapitals sind darin nicht enthalten.
Zwei Sensitivitäten vor der Entscheidung
Ein um 3.000 Euro niedrigerer Restwert erhöht die Kosten über vier Jahre um 62,50 Euro monatlich. Ein um 0,20 Euro höherer Literpreis erhöht sie bei unverändertem Verbrauch und Kilometerstand um 780 Euro insgesamt. Solche getrennten Änderungen zeigen, ob eine kleine Verbrauchsersparnis einen unsicheren Restwert überhaupt ausgleichen kann.
Finanzierung und Zahlungsfähigkeit ergänzen
Vergleiche Fahrzeuge zuerst nach wirtschaftlichen Nutzungskosten. Ergänze danach Finanzierungskosten und den tatsächlichen Zahlungsplan. Bei einer Kreditfinanzierung darf die bereits im Wertverlust enthaltene Anschaffung nicht nochmals als komplette Tilgungskostenposition addiert werden; Zinsen sind dagegen zusätzliche Kosten. Eine Schlussrate kann trotz günstiger durchschnittlicher Monatskosten eine hohe einzelne Zahlung erfordern.
Für den Fahrzeugvergleich zählt die Summe über denselben Nutzungszeitraum. Halte Wertverlust, Betrieb und Finanzierung getrennt und prüfe Restwert sowie Energiepreis mit eigenen Szenarien.